Schlampenmarsch auf Westberlin!

Durch die mediale Aufmerksamkeit (Bsp. Bauerfeind vom 5.6., SpiegelOnline vom 28.5.2011) , die den ‘Slutwalks’ bis jetzt zugekommen ist, sind sie ja dem einen oder der anderen schon bekannt. Bzw. man hat schon irgendwie davon gehört, dass da Frauen aufgetakelt auf die Straße gegangen sind und ihre Aufgetakeltheit irgendwie zum Thema gemacht haben. Und da ich anfänglich auch nicht so ganz von dem Konzept überzeugt war, nun aber eben den Aufruf weitertragen will [siehe Überschrift], hier die Infos:

Der erste Slutwalk fand am 3. April diesen Jahres in Toronto statt und hatte als Auslöser den Ausspruch eines Polizisten ‘Frauen sollen sich eben nicht wie Schlampen anziehen, dann würden sie nicht vergewaltigt’. Als Reaktion darauf formierten sich 1000 Menschen (d.h. nicht nur Frauen oder Menschen, die sich dieser sozialen Geschlechterrolle zugehörig fühlen!) und zogen mit Transparenten und/oder in ‘aufreizend’ deklarierbarer Aufmachung durch die Innenstadt von Toronto.

Seitdem haben sich ebensolche Slutwalks auf der ganzen Welt organisiert, um für Rechte und Themen zu demonstrieren, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind. Wichtig ist, finde ich, dass es dabei nicht um einen vorgegebenen Werte- und Themenkanon geht, sondern die Teilnehmer_innen individuell ihre Anliegen “gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen” ausdrücken können.

D.h. es geht dabei nicht, bzw. nicht nur, um ‘ein Recht auf Sexyness’, den der Frau immernoch zugesprochenen Objektstatus im allgemeinen gesellschaftlichen Kontext oder einer Aufklärung über sexuelle Selbstbestimmung (Stichwort: ‘Consent‘). Es geht um alle Facetten dieses Themenzusammenhangs.

Am SAMSTAG, den 13. August, findet nun ein Ableger in Berlin statt. Startpunkt ist um 15 Uhr am Breitscheidplatz Wittenbergplatz. Und ich wünsche mir, dass viele, viele Menschen dort hin kommen! Empowerment!

  • Nehmt es nicht mehr hin, euch unwohl in der Öffentlichkeit zu fühlen! (z.B. ‘Abends allein auf der Straße’…)
  • Akzeptiert nicht länger, dass andere eure Grenzen überschreiten! (z.B. Angetatscht werden, ungewollt eindeutige Angebote, verbale Übergriffe etc.)
  • Drückt eure Wut über victim-blaming aus! (z.B. altbekannte Sprüche wie ‘Sie sind ja selber schuld’)
  • Kein Mensch ist naturgegeben Opfer und ist Schuld daran als verfügbares Objekt angesehen zu werden! (z.B. ‘Du willst es doch auch’)
  • Zieht euch nicht zurück, sondern steht dafür ein, dass jeder Mensch Respekt verdient! (z.B. ‘Ich kann ja eh nix machen’)

Wie ihr das macht, ist euch überlassen. Ich wäre ja für die Variante entweder gleich nackt oder im Kartoffelsack auf der Straße zu demonstrieren. Mal sehen was mein Rebellionsgefühl an dem Tag so zulässt.
Mehr Infos zu den Slutwalks, der durchaus auch kritischen Auseinandersetzung damit im derzeitigen feministischen Diskurs, Bilder vergangener Slutwalks und nem Top-Video, das vlt. ‘anstupsen’ kann, nach nem Klick unten rechts!

Grundlegendes zu den Slutwalks auf Mädchenmannschaft, Kritisches beim Mädchenblog (bei beidem auch unbedingt die Kommentare studieren!) und hier das versprochene Video und auch ein Comic, die aufgrund von Wiedererkennungswert vlt. zur Aktivierung führen können:

alles via SlutWalk Berlin

3 Responses to “Schlampenmarsch auf Westberlin!”

  1. Mein Opa würde sagen: Die wären früher alle im Lager gelandet…ganz wertfrei…

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